|
Geschrieben von Administrator
|
|
Montag, 24. Dezember 2007 |
Gegen Ende des 11. Jahrhunderts gelangten Teile des Helmeriethes an das Erzbistum Mainz und an das Kloster Fulda. Mainz kam in den Besitz des östlichen Teiles, Fulda erhielt den südwestlichen Teil. Im Jahre 1144 erwarb das Kloster Walkenried, welches dem Zisterzienserorden angehörte, das Gebiet bei Görsbach. Die Zisterzienser begannen mit der Trockenlegung der sumpfigen Niederungen im Helmetal, wobei sie bald darauf das Zehntrecht vom Mainzer Bischof erhielten.
Die Mönche brachten viele Neuerungen in die Goldene Aue mit , sie legten Obst- und Gemüsegärten an , lehrten das Veredeln von Wildobst. Die Apfelsorten Borsdorfer Apfel und die graue Reinette werden ihnen zugeschrieben und sind mit 800 Jahren die ältesten Kultursorten in unserer Heimat. Auch den Weinanbau führten sie ein, vielerorts erinnert der Flurname Weinberg daran. Die Flamen waren freie Menschen, sie brachten Geld, Vieh, Nutzpflanzen und vorallem neue Kenntnisse mit in ihre neue Heimat. Sie zogen Entwässerungsgräben, häuften Dämme auf und wandelten so das sumpfige Riethland in fruchtbares Ackerland. Die wüsten Siedlungen Vorrieth, Langenrieth, Ellre, Horne und der spätere Wirtschaftshof Numburg wurden von ihnen gegründet. Auch Rosperwenda wurde zu damaliger Zeit mit Flamen besetzt. Heute erinnern nur noch die bestehenden Flurnamen an die flämischen Siedlungs- und Bewirtschaftungstätigkeiten. Nach der Aufgabe der flämischen Siedlungen Vorrieth und Langenrieth siedelte ein Teil der Bewohner nach Berga über und baute dort die noch heute als Flamenzeile bekannte kleine Siedlung westlich der Thyra auf. Trotz des großen Zerstörungsbrandes von 1777 und vielen modernen Überbauungen kann man noch die typische flämische Anlage erkennen. Die Umsiedlung erfolgte wahrscheinlich im Jahre 1437 nach dem Einfall des Halberstädtischen Bischofs in der Goldenen Aue.
|