Geschichte

Der Ortsname wird als eine Siedlung “am Berge” gedeutet. Berga zählt zu den ältesten Gründungen in der Goldenen Aue. Im Jahre 985 wird ein Königshof Berga in einer Urkunde genannt. Das ist gleichzeitig die älteste Erwähnung des Ortes. Das heutige Berga setzt sich im Hochmittelalter aus den drei Siedlungen Oberberga, Unterberga und Topfstedt zusammen. Jede Siedlung hatte ihre eigene Kirche.

Bis zur Reformation war in Berga der Sitz eines Erzpriesters. Nach einem Kirchenregister von 1506 war hier der Mittelpunkt von zwei Sedesbezirken des Helmegaues. Bis in die Neuzeit hinein waren im Ort verschiedene Adelsfamilien ansässig, die hier Rittergüter eingerichtet hatten. Bedeutende Vertreter von ihnen waren die von Germar, von Saltza, von Weidenbach, von Kauffberg und von Biela. Im 19. Jahrhundert erwarb das Stolberg-Roßlaer Grafenhaus umfangreichen Grundbesitz und richtete eine Domäne ein. Sie bestand bis 1945 und wurde ebenso wie das Hallische Waisenhausgut im Zuge der Bodenreform zersiedelt.

Berga war ein befestigter Ort. Noch am Ende des 18.Jahrhunderts existierten die Befestigungsanlagen . Der Dorfgraben an der Westseite, der Schlagesgraben östlich von Topfstedt sowie drei namentlich überlieferte Tore: das Nordhäuser Tor, das Kelbraer Tor und das Wermbten Tor, erinnern daran.
Im Jahre 1777 ereignete sich ein Großbrand, dem fast die Hälfte des Ortes zum Opfer fiel.
Außerhalb des Ortes, an der Straße von Kelbra nach Stolberg, lag das Hospital, ein hochmittelalterliches Siechenhaus und später eine Wohnstätte für ältere Bürger.

Ab 1826 wurde eine neue Straße, die von Sangerhausen nach Norhausen führt, angelegt. Nach französischem Vorbild entstand die Halle-Kasseler-Chausse, die heutige B80. Bis dahin führte der Fernverkehr am Ort vorbei, auf der südlich von Bösenrode gelegenen Heerstraße. Nun wurde der Verkehr durch den Ort geführt. Beim Straßenbau mußten sogar einige Häuser weichen.
1877 bekam Berga mit dem Bahnhof Berga/Kelbra einen Eisenbahnanschluß. Der Straßen – und der Eisenbahnbau brachten für die Bewohner neue Verdienstmöglichkeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt dominierten in Berga die bäuerliche Landwirtschaft und die Leinweberei sowie das dörfliche Handwerk. Den Anfang der Industrialisierung bewirkte die Anlage einer Ziegelei zu Beginn und zahlreiche Knopfmacherwerkstätten zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Ziegelei bekam aber erst in unserem Jahrhundert eine regionale Bedeutung.
Trotz seiner verhältnismäßig günstigen Lage gelangte Berga in der Vergangenheit nie zu wirtschaftlicher Bedeutung.

In den 60er Jahren wurde aus einem Privatbetrieb des Kfz.- Handwerks die PGH “Motor” gebildet. Viele Einwohner arbeiteten in der noch dominierenden Landwirtschaft bzw. in den Betrieben der Städte Sangerhausen, Kelbra und Nordhausen.
Mit der Erschließung eines großflächigen Gewerbegebietes östlich des Ortes begann 1991 Bergas Weg zur größten Industriegemeinde des Landkreises Sangerhausen. Mehrere hundert Arbeitsplätze sind hier, wie auch innerhalb des Ortes durch neugegründete und expandierende Klein- und mittelständische Unternehmen, in den letzten Jahren neu entstanden.

In Berga ist seit Jahrhunderten der Sitz des 1. Waldvogtes des Siebengemeindewaldes. Zusammen mit den Dörfern Bösenrode, Rosperwenda, Thürungen und Görsbach besitzen die “Waldgenossen” dieses Ortes einen ideellen Anteil an dem rund 1100 ha großen Siebengemeindewald in der Gemarkung Uftrungen.
Die den früheren Kirchhof umgebenen Mauern gehören möglicherweise zu einer im 8. Jahrhundert auf dem Loh errichteten ausgedehnten Befestigungsanlage. Diese spärlichen Reste der ehemaligen Ratzelburg auf dem Gelände der Petri-Pauli Kirche sind die ältesten Bauanlagen in Berga.
Weitere historische Sehenswürdigkeiten sind das ehemalige Kantorat, ein schöner niedersächsischer Fachwerkbau, das spätbarocke Pfarrhaus und die neugotische Kirche.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>